Juli 2015

EisenbahnSommer in Polen

Ein kleiner Fotobericht

Wolsztyn (Wollstein)

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir in Danzig. Und auch wenn die An- und Abreise diesmal ausnahmsweise mit dem Automobil erfolgte, sollte die Eisenbahn nicht zu kurz kommen. Bereits auf der gemächlichen Hinfahrt über polnische Landstraßen legten wir einen erste Pause in Wolsztyn (Wollstein) ein. Der südwestlich von Poznań (Posen) gelegene Bahnknoten ist Eisenbahnfreunden aus aller Welt ein Begriff. Hier wurden noch vor wenigen Jahren planmäßig Regionalzüge mit Dampflokomotiven bespannt. Das Bahnbetriebswerk kann noch immer besichtigt werden, außerdem organisiert ein Verein regelmäßig Sonderfahrten.

Dieseltriebwagen SA-132 fährt ein
abgestellte Dampfloks

Wenecja (Venetia)

Das nächste Etappenziel am Tag unserer Anreise nach Danzig war das Schmalspurbahn-museum Wenecja bei Żnin (Znin) an der Strecke der ehemaligen Zniner Kreisbahn. Hier konnten wir zahlreiche schmalspurige Eisenbahnfahrzeuge besichtigen, teilweise noch aus der Zeit, in der weite Teile des heutigen Polens noch zu Deutschland gehörten, teilweise auch Fabrikate aus der DDR. Die ehemalige Kreisbahn maß einst eine Streckenlänge von über 70 Kilometern und wurde ab den 1980er Jahren nach und nach stillgelegt. Auf einem verbliebenen Teilstück von etwa 12 Kilometern länge werden jedoch bis heute in den Sommermonaten touristische Fahrten angeboten.

Gdańsk (Danzig) - Stadt und Meer

Danzig, bis 1919 preußisch, zwischen den Weltkriegen Freie Stadt, dann wieder deutsch besetzt und seit 1945 zu Polen gehörig ist heute die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern und bildet mit den angrenzenden Städten Sopot und Gdingen heute den Ballungsraum Dreistadt. Die wieder aufgebaute Altstadt sowie die Danziger Bucht bieten ein wunderschönes Panorama und Flair, daher folgen nun auch ein paar Bilder ohne Eisenbahnen, um Ihnen einen kleinen Eindruck davon vermitteln zu können.

Danzig

Ausflug auf die Frische Nehrung

Auf dem Ausflugsprogramm stand unter anderem eine Fahrt auf die Frische Nehrung. Die dünne Landzunge trennt die Ostsee vom Frischen Haff und gehört zu einem kleinen Teil im Osten bereits zu Russland. Zwischen Prawy Brzeg Wisły, Stegna und Sztutowo sowie zwischen Nowy Dwór und Stegna sind heute noch touristische Fahrten auf Teilen der ehemaligen Westpreußischen Kleinbahn möglich. Aus dem Auto heraus konnten wir einen der Züge sogar bei voller Fahrt ablichten. Im Seebad Krynica Morska (Kahlberg) konnten wir sowohl am Ufer des Haffes stehen, als auch den Ostseestrand besuchen. Ein Höhepunkt an diesem Tag war außerdem die Überfahrt über die Weichsel nach ihrer Mündung mit einer Autofähre.

Karte

Eisenbahn rund um Danzig

Unsere Ferienwohnung lag unmittelbar an einer Eisenbahnstrecke, die vom Güterverkehr befahren wurde. Dies ermöglichte mir neben schlaflosen Nächten auf einige Fotoaufnahmen. Außerdem nutzte ich die Standzeit an diversen Bahnübergängen und das Warten am Bahnsteig bei unseren Ausflügen zum Ablichten von Zügen.

Halbinsel Hel (Hela)

Zu den Höhepunkten des Urlaubs gehörte die Zugfahrt auf die Halbinsel Hel (Hela). Wir staunten nicht schlecht, als im Bahnhof Gdańsk Orunia ein mit Diesellok bespannter Doppelstockzug um die Ecke kam. Ehrfürchtig und vor Freude aufgewühlt betrat ich die Görlitzer Wagen (Baujahr 1973). Ein wunderbares Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde. Unterwegs gab es einige Gelegenheiten zum Fotografieren. In Hel selbst genossen wir eine landestypische, einschlägig bekannte Suppe und ein Bier. Die Rückreise erfolgte dann mit dem Schiff.

Karte
Zug nach Hel

Ausflug nach Malbork (Marienburg)

Mein dritter Besuch der Marienburg, ehemaliger Sitz des Deutschen Ordens, stand auf dem Programm. Natürlich fuhren wir auch dorthin mit dem Zug. Auf der Hinfahrt kamen wir in den Genuss eines KIBELS in recht historischem Zustand, auf der Rückfahrt nutzten wir dann die modernisierte und klimatisierte Variante. Im Umfeld der Marienburg gab es ein mittelalterliches Fest mit Ritterkämpfen und rustikalem Essen. Auch die Besichtigung der Burg selbst war mal wieder ein tolles Erlebnis. Am folgenden Tag war die Woche leider schon wieder vorbei und wir mussten uns mit dem Auto wieder auf die Heimreise begeben.

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