Meldungen

25.10.2017

Fahrplanvorschau 2018

Die wichtigsten Änderungen ab dem 10. Dezember

Der Fahrplanwechsel steht ganz im Zeichen der Eröffnung der Schnellfahrstrecke Erfurt - Bamberg. Doch einigen Fahrzeitverbesserungen stehen auch umfang-reiche, teils nachteilige Änderungen entgegen. Ich möchte Ihnen wie in jedem Jahr einen kurzen Überblick  geben:

 

Schneller von Nordost nach Süd 

Die Reisezeit von Berlin nach München verkürzt sich um 90 Minuten auf 4 Stunden und 30 Minuten. Drei ICE-Sprinter überwinden die Distanz sogar in knapp unter 4 Stunden. Kürzere Fahrzeiten entstehen dadurch auch zwischen Dresden und München.

 

Linienumstellungen im ICE-Kernnetz

Nach gut 25 Jahren gibt es eine bedeutende Umstellung der wichtigsten ICE-Linie. Die Verbindung von Berlin nach Frankfurt und Stuttgart bzw. Basel wird künftig über Erfurt und nicht mehr über Hildesheim - Göttingen geführt. Zusammen mit der Linie Dresden - Wiesbaden bleibt der Stundentakt zwischen Leipzig und Frankfurt erhalten. Auf der alten Route über Göttingen verkehrende ICE fahren künftig von Berlin nach Frankfurt Süd und weiter zum Flughafen und tauschen mit der bisherigen Linie Leipzig - Frankfurt Flughafen.

 

(Fast) kein Fernverkehr mehr im Saaletal

Den größten Nachteil der Neubaustrecke spürt z.B. die Universitätsstadt Jena. Statt bisher stündlicher Fernverbindungen verbleiben im Saaletal täglich nur noch zwei Alibi-Zugpaare.

 

Touristische Ziele und Exoten

Erhalten bleiben die Angebote nach Oberstdorf, Westerland, Binz, Fehmarn und Berchtesgaden. Außerdem gibt es eine neue tägliche Durchbindung eines RE Trier - Koblenz - Düsseldorf, der ab Moselmündung als IC verkehrt.

 

Schneller nach Österreich

Die Fahrzeit von Nürnberg nach Wien verkürzt sich um eine gute halbe Stunde, allerdings entstehen in Franken durch die neuen Fahrlagen auf der Neubaustrecke längere Umsteigezeiten.

 

Kein Nachtzug Berlin - Dresden - Wien/Bundapest mehr

Der legendäre METROPOL wird auf den Abschnitt Prag - Budapest eingestampft. Dresden verliert damit den letzten Halt eines Nachtzuges, von Berlin und Dresden gibt es keine Direktverbindung mehr nach Wien, für Reisen nach Budapest bleibt der Tageszug HUNGARIA (Hamburg - Budapest) erhalten.

 

Viel Verwirrung auf der Gäubahn (Strecke Stuttgart - Singen - Zürich)

Hier verkehren künftig IC-Doppelstockzüge (bis Singen) und SBB-EC-Züge (bis Zürich) im stündlichen Wechsel unter Anerkennung auch aller Nahverkehrs-Fahrkarten. Einzelne IC-Züge werden ab Singen nach Konstanz verlängert.

 

Neues Tages-Zugpaar Frankfurt - Mailand

Am Morgen startet in Frankfurt ein bogenschneller Triebzug der Schweizer Bundesbahnen (SBB) nach seine Fahrt über Basel nach Mailand. Auf dem Hinweg nutzt er die Gotthard-Route, auf seiner Rückfahrt nach Deutschland nimmt er den Weg über den Lötschberg. Die Fahrzeit Frankfurt - Mailand bleibt mit 7 Stunden 30 Minuten unter den Erwartungen.

 

Mehr Direktzüge München - Prag

Das Angebot der in Deutschland als ALEX (Länderbahn) verkehrenden Direktzüge München - Prag über Furth im Wald wird auf einen sauberen Zweistundentakt ausgebaut. Dafür entfällt der bislang auf einigen Zügen vorhandene tschechische Halbspeisewagen.

 

Kleine Änderungen im Nachtverkehr der ÖBB

Das Angebot an ÖBB-Nightjet-Zügen nach Deutschland bleibt erhalten. Hamburg wird künftig nicht mehr über Berlin angesteuert, sondern in Hildesheim vom Berliner Teil getrennt und als eigenständiger Zugteil direkt nach Hamburg gefahren.

05.10.2017

Das Ende einer Legende

Der Nachtzug METROPOL von Berlin nach Budapest wird eingestellt

Der Kahlschlag im Nachtreiseverkehr geht zum Fahrplanwechsel im Dezember weiter. Nun trifft es den legendären METROPOL von Berlin über Dresden und Prag nach Wien, welcher von der ungarischen Bahn eigenwirtschaftlich betrieben wurde. Mit ihm entfällt nicht nur der letzte Nachtzug ab Dresden, sondern auch die beliebte Kurswagengruppe von nach Wien. Künftig wird der Zug auf dem verkürzten Laufweg Prag - Budapest (bzw. Prag - Wien) verkehren. Die nächtliche Verbindung von Berlin in die ungarische Hauptstadt bestand seit über 50 Jahren. Mit ihrem Ende fallen vorerst auch die letzte Verbindung von Deutschland nach Prag am Abend und das Gegenstück am Morgen weg. Nach Ersatz oder einem Comeback des Zuges sieht es derzeit nicht aus. Zwar sind die tschechischen und österreichischen Bahnen interessiert und bemüht, die Nachtzugverkehre am Leben zu halten, können aber zumindest im Fall des METROPOL kurzfristig keine Hilfe leisten. So bleibt für den Reisenden künftig nur der Umstieg in Prag als Alternative - und wir alle verlieren ein weiteres Stück Eisenbahngeschichte.

27.08.2017

Unterirdisch nach Prag

Neubaustrecke von Dresden in die tschechische Hauptstadt kommt

Wie die sächsische Staatsregierung in dieser Woche bekannt gegeben hat, soll die Neubaustrecke von Dresden nach Prag ab 2028 gebaut werden. Herzstück der Trasse werden 26 km lange Tunnelabschnitte unter dem Erzgebirge. Bei Usti nad labem sollen die Züge dann wieder auf die bisherige Bestandsstrecke geführt werden. Die Baukosten werden mit 2,3 Milliarden Euro angegeben, wenn alles wie geplant umgesetzt wird, könnten ab 2035 die ersten Züge rollen. Sie brauchen dann von Dresden bis in die tschechische Hauptstadt nur noch eine knappe Stunde, statt der heute benötigten guten zwei Stunden. Ein Fahrt im Speisewagen durch das romantische Elbtal wäre dann allerdings vorbei.

03.08.2017

Neue alte Zugverbindung

Bald wieder direkt Frankfurt nach Mailand

Mit dem Fahrplan-wechsel im Dezember wird eine alte Direktverbindung wieder aktiviert. Auf der Strecke von Frankfurt am Main über Karlsruhe und Basel kann man dann einmal am Tag wieder ohne umzusteigen bis nach Mailand fahren. Zum Einsatz kommen moderne Schweizer Triebzüge der Baureihe 610. Der Hinweg des Zuges nach Italien soll durch den neuen, im letzten Jahr eröffneten Gotthard-Basistunnel führen, auf der Rückfahrt geht es dann über die Lötschberg-Route. Neu ist eine Direktverbindung von Deutschland nach Italien durch die Schweiz indes nicht. Bis vor wenigen Jahren bestand zwischen Stuttgart und Mailand ein 2-Stundentakt und EuroCity-Züge erreichten seinerzeit Italien sogar von Hamburg aus. 

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